ST. HUBERTUS-SCHÜTZEN-GESELLSCHAFT NEUSS 1899 E.V.

von Hans Mausberg


1899 fassten Neusser Bürger den Entschluss, eine der Ehre und dem Andenken des heiligen Hubertus geweihte Schützengesellschaft ins Leben zu rufen. Zum Lichtmeßtag 1900 lud ein provisorisches Komitee „die ausgeschiedenen früheren aktiven und passiven Mitglieder der Gesellschaft Schützenlust“ zu einer Besprechung ein. Dies war der Anfang der Hubertus-Schützen-Gesellschaft. Eines ihrer prominenten Mitglieder, Karl Laufs, war als Mitglied der Schützenlust 1997/98 Neusser Schützenkönig gewesen. Nun schoss er noch einmal und war nicht nur der erste Schützenkönig des 20. Jahrhunderts, sondern auch der erste Schützenkönig aus den Hubertusschützen. 1902 nahmen die Hubertusschützen unter Führung eines Hauptmanns am Schützenfest teil. Die Hubertusschützen gehören zu den Einheiten des Schützenregiments, die man früher Extrakorps nannte und heute als „kleine Korps" bezeichnet. Diese hatten kein leichtes Dasein. Sie mussten ihre Musik selber stellen und Mitgliederverluste wirkten sich bei ihrer geringen Zahl immer stark aus. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm sich 1952 der Zug Erftjunker der Hubertusschützen tatkräftig an, binnen kurzem gab es drei Züge mit mehr als 50 Mann. Man entwarf eine neue, elegante Uniform, gründete einen Fanfarenzug - ein Novum im Schützenfest - und betrieb Schießsport. Man brachte den Hubertustag mit dem Ausschießen des Hubertuskönigs wieder zu Ehren. Viele tatkräftige Schützen packten mit an, doch soll, wenn vom Wiederaufbau des Hubertusschützenkorps die Rede ist, der langjährige Major Bruno Kistler stets ehrend erwähnt werden. Die Hubertusschützen gehören dem Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften an. Heute nehmen sie mit über 540 Mann in 34 Zügen am Schützenfest teil. Im grünen Rock mit schwarzer Hose, schwarzem Hut mit grünem Band, das Gewehr am Riemen geschultert. Die Tressen und Rangabzeichen sind goldfarben. Sie führen, wie die Jäger, ein blumengefülltes Horn.